Die Spanisch Brötli Bahn


Im Sommer 1847 wurde die erste Strecke der Schweizerischen Nordbahn zwischen Zürich und Baden eröffnet. Sie wird fälschlicherweise immer wieder als erste Eisenbahn in der Schweiz bezeichnet. Das stimmt so nicht, denn bereits drei Jahre früher erreichte die Elsässerbahn von Straßburg aus Basel. Allerdings wurde nach nur 16 Monaten Bauzeit am 7. August 1847 die erste ganz auf schweizerischem Boden gelegene Strecke in Betrieb genommen. Der Eröffnungszug mit der Lokomotive Nummer 1 mit dem Namen “Limmat“ benötigte für die 23 Kilometer lange Strecke von Baden nach Zürich nur 33 Minuten, was einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 42 km/h entsprach. Anschließend trat der Festzug die Rückreise nach Baden an, jedoch gezogen von der Lok Nummer 2, der “Aare“. Die Nordbahn kaufte für die Betriebseröffnung 4 Lokomotiven. Diese wurden von der Maschinenbau Gesellschaft Karlsruhe Emil Kessler rechtzeitig zur Betriebseröffnung geliefert. Sie entsprachen der Bauart D 1/3 mit Schlepptender. Keine der Lokomotiven blieb erhalten. Allerdings entstand zum 100-jährigen Bahnjubiläum in der Schweiz bei der SLM in Winterthur 1947 ein betriebsfähiger Nachbau einer D 1/3. Die “Limmat“ ist im Besitz von SBB Historic und ist im Verkehrshaus der Schweiz beheimatet.
Im Volksmund erhielt der Zug den Namen Spanisch Brötli Bahn. Der Name nimmt Bezug auf ein Gebäck aus Baden, dem Spanischen Brötli. Herrschaftliche Familien aus Zürich schickten ihre Bediensteten mit dem Frühzug nach Baden, um rechtzeitig zum Frühstück das beliebte Gebäck auf dem Tisch zu haben. Wahrheit oder Legende? Man weiss es nicht. Allein schon der Fahrpreis von 80 Rappen in der 3. Klasse spricht dagegen. Eher wahrscheinlich ist, dass die Backwaren mit dem Frühzug von Baden nach Zürich gelangten. Von der Spanisch Brötli Bahn gibt es ein schönes Märklin Modell bestehend aus einer Lok mit Tender und drei geschlossenen und einem offenen Personenwagen.

